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Der Reiterhof Clausen und die Reitsportgemeinschaft am Rüder See in Glücksburg/Ostsee



25 Jahre RSGR

Begonnen hat alles mit der „Ponderosa“, gelegen auf dem Besitz „Sorgenfrei“ etwa in Höhe der heutigen Straße „Zur Pferdekoppel“ und heute nur noch auf einem Gemälde im Cafe-Restaurant „Zur Futterkrippe“ zu sehen.

 

Anfang der 70er Jahre suchte Besitzer Hans-Peter Clausen für seinen Hof eine neue Ausrichtung und kam so in Kontakt mit Rolf Lehfeldt, ehemaliges Vorstandsmitglied des damals gerade aufgelösten Bundeswehr-Reitvereins Flensburg. Auf ihre Initiative fand am 4. Februar 1975 im Kurparkhotel Glücksburg die Gründungsversammlung der „Reitsportgemeinschaft am Rüder See“ statt.

 

Als Zweck der Gemeinschaft – auf diesen Begriff legte Hans-Peter Clausen besonderen Wert – wurde die „Förderung des Reitsports, insbesondere der Jugendlichen“ festgehalten. Im Laufe der Zeit hat sich die Förderung des Breitensports als besondere Aufgabe des Vereins herauskristallisiert. Seit 1989 ist die RSGR, wie der Verein kurz genannt wird, als „förderungswürdiger Verein der freien Jugendhilfe“ anerkannt.

 

Das Miteinander zwischen Familie Clausen und der Institution Verein ist in einem „Ehevertrag“ geregelt.

 

Ostern 1975 begann der Reit- und Voltigierbetrieb auf der Ponderosa. Geritten wurde bei Wind und Wetter in der offenen Reitbahn. Jeweils am Wochenende gab es Unterricht.

 

Im Sommer 1976 begann Familie Clausen mit dem Bau einer neuen Reitanlage und am 2. April 1977 wurde der „Reiterhof Clausen“ und das Cafe-Restaurant „Zur Futterkrippe“ eingeweiht. Die „Futterkrippe“ damals wie heute im Besitz und unter fachlicher Leitung von Hans-Peter Clausens Tochter Helga Zemke bietet neben einer leckerem Speise- und Getränkeauswahl als Besonderheit den Blick in die Reithalle. Ein Besuch am Ruhetaler Weg lohnt sich also auch für Nichtreiter.

 

Nach seiner Ausbildung zum Bereiter FN übernahm 1979 Martin Clausen die Verantwortung für Reitbetrieb. 1985 übernahm er dann den Gesamtbetrieb des Reiterhofs, seit 1991 unterstützt durch seine Frau Helga. Seine Ausbildung zum Bereiter FN absolvierte Martin Clausen bei Arndt Wiebus in Duisburg, auch heute noch eine der besten Ausbildungsadressen Deutschlands.

 

Hans-Peter Clausen sorgte noch bis Ende der 80er Jahre als gestrenger Stallmeister für das Wohl der Pferde auf dem Reiterhof. Er starb im Frühjahr 1991.

 

Heute umfasst der Reiterhof Clausen einen Stalltrakt nebst Außenboxen mit Platz für ca. 55 Pferde, dazu große Koppeln in idyllischer Lage am Rüder See. Zwei 20 x 40-Reithallen, ein 20 x 60-Außen-Dressurplatz und ein Springplatz stehen den Reitern für Unterricht und Training zur Verfügung. Der Glücksburger Wald bietet zudem ausgedehnte Ausreitmöglichkeiten.

 

Die RSGR, die 1975 mit 50 Mitgliedern begann, hat heute ca. 350 Mitglieder von den Voltigierkindern in der Spielgruppe bis zu äußerst aktiven Senioren. 1985 wurde mit Grünkohlessen, Tanz und Standartenweihe das 10jährige Jubiläum in der Reithalle gefeiert. Dem Plan, auch das 25jährige in der Reithalle zu begehen, machte im Jahr 2000 der Orkan Anatol ein Strich durch die Rechnung. Eine der Reithallen wurde so in Mitleidenschaft gezogen, dass der Reitunterricht lange Zeit ausfiel, die Aktiven wieder in einer Halle zusammenrücken mussten und das Jubiläumsfest im Ringsberger Dörpskrog gefeiert werden musste, was der Stimmung aber keinen Abbruch tat.

 


Reitbetrieb und Turniere

Hausherr Martin Clausen bietet als FN-geprüfter Ausbilder von den ersten Longenstunden für Anfänger bis zum Dressur- und Springtraining für Fortgeschrittene eine breite Ausbildungspalette an.

 

Ob man vom Turnierstart träumt oder „just for fun“ reiten möchte, am Anfang steht nun mal eine solide Grundausbildung. Sieben zuverlässige Schulpferde vermitteln im täglich bis zu viermal stattfindenden Unterricht das richtige Sitzgefühl.

 

Lehrgänge für den Basispass, das Kleine Hufeisen, Reiterpass und das Deutsche Reitabzeichen ergänzen den Unterricht und werden auf dem Reiterhof mit guten Noten abgeschlossen. Die RSGR fördert diese Grundlagenlehrgängen durch Übernahme der Prüfungsgebühren und Kosten für unabhängige Richter, die die Qualität der Prüfung sichern sollen.

 

Fortgeschrittenen und Turnierreitern bietet Martin Clausen Förderunterricht an. Auch hier runden Lehrgänge, z.T. mit renommierten auswärtigen Trainern, immer wieder das Angebot ab.

 

Erste Gelegenheit, die Turniertauglichkeit zu überprüfen bietet jedes Jahr das vereinsinterne Turnier, das in erster Linie Basisprüfungen vom Jugendreiterwettbewerb bis zur Kl. A umfasst. Um die Sache spannender zu gestalten, werden auch Aktive aus den Vereinen der Umgebung eingeladen.

 

Die Turnierreiter der RSGR starten regelmäßig mit viel Erfolg auf auswärtigen Turnieren. Rekordjahr war 199?, als 111 Siege und Platzierungen nach Glücksburg geholt wurden.

 

Des öfteren war die RSGR auch Ausrichter für die Kreismeisterschaften des Reiterbundes Nordmark.

 

Seit 1978 nahmen auch die Reiter der RSGR immer wieder vor allem in der Dressur und in den Mannschaftswettkämpfen erfolgreich an den Kreismeisterschaften teil. Zum ersten Mal wurde ein Titel 1978 nach Glücksburg geholt. Höhepunkt waren zweifellos die KM 1985 der Jungen Reiter und Junioren. Sowohl die Mannschaft als auch die Voltigierer kamen mit dem Titel nach Hause. Dazu stellte die RSGR bei den Jungen Reitern und Junioren jeweils den Vizemeister.

 

Seit 1977 hat sich die RSGR auch als Turnierveranstalter etabliert. Von 1979 bis 1983 wurden jedes Jahr B/C-Turniere veranstaltet. 1985 wagte sich die RSGR in die S-Klasse und konnte Cracks wie Tjark Nagel, Michael Rüping und Breido Graf zu Rantzau zum B/A-Turnier auf dem Reiterhof begrüßen.

Nach längerer Enthaltsamkeit wurde nach dem Bau der zweiten Reithalle die Serie der „kleinen, aber feinen“ Frühjahrsturniere gestartet, die als reine Hallenturniere am Anfang der Saison viel Erfolg bei den Aktiven hatten. Wurden zunächst sowohl Spring- als auch Dressurprüfungen angeboten, entwickelte sich die Veranstaltungen später zu reinen Dressurturnieren, die Dank großzügiger Sponsoren Prüfungen der Klasse S zum Höhepunkt hatten.


Voltigieren

Die Voltigierer trainiert Jochen Gellner, Voltigierwart mit Ausbildung zum heilpädagogischen Voltigieren. Auch hier belegen zahlreiche erfolgreich bestandene Prüfungen zu Voltigierabzeichen eine gute Ausbildung. In den Spielgruppen von Frauke Gellner, Fachübungsleiterin für Voltigieren, werden die Jüngsten in dieser Variante des Reitsport an Freund Pferd herangeführt. [mehr]


... und außerdem

Aber auf dem Reiterhof wird nicht nur hart geübt und trainiert. Im Sommer bietet der Glücksburger Wald Gelegenheit zum Ausreiten und Bummeln mit dem Pferd. Nach dem Motto „Sattelt die Hühner und reitet gen Laramy ...“ gab es im Laufe der Zeit auch immer wieder Wanderritte durch die schöne Angelner Landschaft inklusive Lagerfeuerromantik. Zweimal im Jahr finden Ringreiterwettbewerbe statt, die besonders bei den Jugendlichen beliebt sind.

 

Eine spezielle Bahnfigur ist „Hasi Hasi“, die wohl nur den Quadrillereitern auf dem Reiterhof bekannt ist und eine vor vielen Jahren geprägte etwas eigenwillige Bezeichnung für eine Art Schneckenfigur ist. Das sonntägliche Training der Quadrille während des Winters mündet traditionell in eine öffentliche Veranstaltung für Glücksburger Senioren, die auf Einladung der RSGR vom Restaurant „Zur Futterkrippe“ aus eine festliche Vorführung der Quadrille verfolgen.

 

Den jüngsten Glücksburgern sind Reiterhof und Verein durch das Ponyreiten auf der jährlichen Glücksburger Kindermeile und vor allem durch den Laternenumzug im Herbst bekannt, den die RSGR zusammen mit der Freiwilligen Feuerwehr und dem TSV Glücksburg 09 organisiert.